Keynote

Mobilität der Zukunft

Die Mobilitätswirtschaft durchläuft gerade einen rasanten Wandel. Megatrends wie Nachhaltigkeit, Urbanisierung und digitale Transformation prägen diese Entwicklung. Sie erzwingen und ermöglichen technologische und soziale Innovationen im großen Maßstab. Diese gehen oft einher mit einem Bewusstseinswandel. Der eigene Pkw etwa galt bislang vielen Menschen als das Fortbewegungsmittel und Statussymbol schlechthin. Mittlerweile zeichnet sich jedoch vor allem in den Metropolen und Ballungszentren ein Umdenken ab. Mehr und mehr Menschen verzichten entweder ganz auf das eigene Fahrzeug oder nutzen ergänzend andere Verkehrsmittel wie das Rad oder neuere Mobilitätsangebote wie das Bike- oder Carsharing und kombinieren diese, um möglichst zügig, kostengünstig und nachhaltig ihre Ziele zu erreichen.

Vor allem dem Nahverkehr kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. „In einer nachhaltigen Zukunftsmobilität wird der öffentliche Verkehr eine zentrale Rolle als Rückgrat inter- und multimodaler Verkehrssysteme spielen“, ist Professor Stephan Rammler vom Institut für Transportation Design der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig überzeugt. Im Rahmen seiner Keynote „Mobilität der Zukunft – der ÖPNV an der Schwelle zur digitalen Mobilitätsrevolution“ wird der Mobilitätsforscher am zweiten Kongresstag einen Überblick darüber bieten, wie gerade die Digitalisierung unser Mobilitätsverhalten weiter verändern wird und welchen Einfluss sie zudem auf die Mobilitätsanbieter hat. „Die digitale Reorganisation der urbanen Mobilität führt zu einer Vermischung der bislang streng abgegrenzter Branchen: der öffentliche Verkehr wird in Zukunft individueller, der individuelle Verkehr kollektiver werden. Elektrisch angetriebene Autos und Fahrräder könnten im Personen- wie im Güterverkehr Garanten einer effizienten und zugleich nachhaltigen Abwicklung der sogenannten letzten Meile sein“, skizziert Professor Rammler eine der zentralen Entwicklungen. Der Wissenschaftler widmet sich darüber hinaus einer Reihe weiterführender Fragen: Welche Strategien der Akteure der Angebotsseite sind heute erkennbar, insbesondere in der Automobilbranche? Welches Maß und welche Art von Technologieeinsatz werden erforderlich sein? Welches Maß an Kooperation? Und schließlich: Welche verkehrspolitischen Ziele und Strategien sind erforderlich, um mit Hilfe eines starken und modernen öffentlichen Verkehrs die Verkehrswende mit der Anforderung der Daseinsvorsorge und dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit zu verbinden?

Diese und weitere Fragen wird Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, im Anschluss an den Vortrag mit dem Referenten und weiteren Gästen diskutieren.

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