Rückblick 2015

Mit einer Rekordbeteiligung endete der 7. ÖPNV-Innovationskongress im Kongresszentrum Konzerthaus Freiburg. Über 620 Branchenvertreterinnen und -vertreter aus dem In- und Ausland diskutierten über den zukunftsweisenden Nahverkehr. „Die hohe Teilnehmerzahl hat alle Erwartungen übertroffen und einmal mehr gezeigt, dass die Veranstaltung weit über Baden-Württemberg hinaus zu einer festen Größe in der Nahverkehrslandschaft geworden ist“, freute sich Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Einen großen Anteil am Erfolg hatte sicherlich auch das Schwerpunktthema „Demografischer Wandel und seine Auswirkungen auf die Mobilität“, das heute aktueller denn je ist. „Während im ländlichen Raum vielerorts die Einwohnerzahlen zurückgehen, wachsen die Städte und Ballungszentren. Hinzu kommen Veränderungen in unserer Arbeitswelt und eine zunehmende Individualisierung unserer Gesellschaft. Diese Entwicklungen stellen den Nahverkehr in den kommenden Jahren vor gewaltige Herausforderungen“, erklärte Hermann zum Auftakt der Veranstaltung.

Wie sich die Branche den Herausforderungen stellen kann und welche neuen Mobilitätsmodelle sich dementsprechend anbieten, darüber diskutierten die Branchenvertreterinnen und -vertreter in den folgenden Tagen. Die Podiumsdiskussionen, Plenumsvorträge sowie 20 Vorträge stießen allesamt auf reges Interesse. Schwerpunkt in diesem Jahr war das Zusammenspiel von mehreren Verkehrsverträgen im Umweltverbund sowie die Kundenwünsche und -ansprüche an den ÖPNV, die sich in Zeiten des demografischen Wandels verändern.

Ein zentrales Merkmal des Kongresses war – wie in den Jahren zuvor – die Verbindung von Theorie und Praxis. Während Verkehrsminister Winfried Hermann von aktuellen ÖPNV-Vorhaben der  Landesregierung berichtete, stellte Peter Krämer, Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr bei der Odenwald-Regionalgesellschaft, am ersten Abend mit „Garantiert mobil“ ein aktuelles und spannendes Mobilitätsprojekt in einem prall gefüllten Vortragssaal vor, das auf die Mobilität im ländlichen Raum abzielt. Das Konzept sieht eine Verzahnung des Nahverkehrsangebots mit privaten und gewerblichen Mitfahrmöglichkeiten vor.

Auch die begleitende Fachausstellung platzte aus allen Nähten: 40 Aussteller – so viele wie nie zuvor – boten ein interessantes Informations- und Beratungsangebot. System- und IT-Spezialisten, Verkehrsbetriebe, Verkehrsplanungs- und Beratungsunternehmen sowie Verlage wie zum Beispiel Alstom, DB Vertrieb, Dilax Intelcom, Fela Management, HanseCom, ICA Traffic, Lufthansa Systems, Siemens, DVV Media Group sowie die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mit dem 3-Löwen-Takt sorgten für einen regen Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern des Kongresses.

Traditionell zählt die Verleihung des ÖPNV-Innovationspreises zu den Höhepunkten des Kongresses. Damit würdigt das Land besonders innovative Projekte für einen zukunftsweisenden Nahverkehr. In der Kategorie „Betrieb/Verkehrsplanung, Alternative Bedienformen im ländlichen Raum“ wurde das Rufbusangebot „CENTRO“, ein modernes, flexibles, umweltfreundliches und linien- sowie fahrplanunabhängiges Beförderungskonzept mit barrierefreien Kleinbussen, ausgezeichnet. In der Kategorie „Umweltverbund, Nachhaltige Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV“ ging der Preis an den Rems-Murr-Kreis zusammen mit der Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH für das Projekt „Fahrrad2Go“ – ein Konzept zur einfachen und sicheren Mitnahme von bis zu zehn Fahrrädern in Linienbussen. Das neue Tarif- und Vertriebssystem „e-Tarif Heidelberg“, initiiert vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar und der Stadt Heidelberg, erhielt den Preis in der Kategorie „Marketing/Tarif, Transparentes und leistungsgerechtes Tarifsystem“. Den Sonderpreis bekam die Stadt Böblingen für das Projekt „ÖPNV-Priorisierung mittels Satellitennavigation“. Ein Telematiksystem sorgt seit Mitte 2013 für eine dauerhaft „Grüne Welle“ bei den Bussen des Stadtverkehrs Böblingen.

Die Vorträge und Videos des Kongress finden Sie hier. Impressionen der Veranstaltung können Sie sich in der Bildergalerie anschauen.

 

 

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