Umwelt / Technologie

„Wirtschaftlichkeit des elektrifizierten Busbetriebs“
Professor Dr. Eric Sax, Karlsruher Institut für Technologie

Die Ziele der Bundesregierung in puncto Klimaschutz sind ambitioniert. In einem ersten Schritt sollen bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden, bis 2050 sogar um bis zu 95 Prozent – und der Sektor Verkehr ist hier neben anderen aufgerufen, einen deutlichen Beitrag zu leisten. Der Nahverkehr – und hier der Bus als eine tragende Säule – tut das bereits heute in besonderem Maße, wie Berechnungen des Umweltbundesamt zeigen und wie es zum Beispiel auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen im Rahmen seiner aktuellen Kampagne „Der Bus bewegt besser“ kommuniziert. Allerdings: Die Einsparpotenziale in Sachen Schadstoffausstoß sind auch beim Linienbus noch nicht ausgeschöpft. Viele Hersteller und Verkehrsunternehmen setzen mehr und mehr auf innovative Antriebsarten, allen voran den Elektrobus, der momentan bereits in rund 30 Verkehrsunternehmen bundesweit getestet wird. „Dass die Zukunft im Busbetrieb den elektrischen Antriebskonzepten gehört, ist zum einen in der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe, zum anderen aber in den Vorteilen im Bereich Umweltschutz begründet“, erklärt Professor Eric Sax vom Karlsruher Institut für Technologie. Er ist überzeugt: „Am Ende rechnet sich das! Kurzfristig in Nischen-Anwendungen und mittelfristig in der großen Breite.“ Der Busbetrieb und speziell der Stadtbuseinsatz sei aufgrund der hohen Start-Stop-Frequenz, der häufig wiederkehrenden Routen, der zentralisierten Betriebshöfe und des vorhandenen Bauraums prädestiniert dabei eine Vorreiterrolle wahrzunehmen. Ziel müsse es sein, keine hoch spezifischen Komponenten zu verwenden, sondern auf standardisierte, robuste und in hoher Stückzahl produzierten Teile für die Leistungselektronik, die Aggregate und die Energiespeicher zu setzen. „Wenn man ergänzend die Möglichkeiten in Betracht zieht, die sich durch eine Elektrifizierung speziell bei den Nebenaggregaten ergeben, eröffnen sich weitere Chancen“, ist der Experte überzeugt und nennt einige Beispiele: Hoch automatisiertes Fahren, verkürzte und agile Entwicklungsprozesse, leicht steuer- und regelbare Aktuatoren führen zu einer neuen Dimension der elektro- und informationstechnischen Durchdringung der Fahrzeuge. Das steigere die Wirtschaftlichkeit über einen optimalen Flotteneinsatz, ein hochpräzises Energiemanagement und nicht zuletzt eine solide Fahrzeugzustandserfassung zur optimalen Verfügbarkeitssteuerung, so Professor Sax. Im Rahmen seines Vortrages wird er die Chancen, aber auch die Herausforderungen beleuchten, die sich aus dem Einsatz ergeben. „Infrastruktur und Reichweite sind Punkte, die in der aktuellen Diskussion nicht verschwiegen werden dürfen, will man keine übersteigerte Erwartungshaltung erzeugen.“

Der Vortrag von Prof. Dr. Eric Sax findet am Mittwoch, 15. März 2017, von 13.30 bis 14.25 Uhr, statt.

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