Umwelt / Technologie

„Auf dem Weg zum emissionsfreien Busverkehr“
Gerhard Schenk, Hamburger Hochbahn

Das politisch gesteckte Ziel ist ehrgeizig: Ab 2020 sollen in Hamburg nur noch Busse mit emissionsfreiem Antrieb für den ÖPNV angeschafft werden. Sowohl die Hamburger Hochbahn als auch die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein bereiten sich daher bereits seit geraumer Zeit darauf vor, die notwendigen Voraussetzungen für die Umstellung auf Busse mit elektrischem Antrieb zu schaffen. So testet die Hochbahn seit 2014 auf der so genannten Innovationslinie 109 Busse mit innovativen Antrieben. Die Bandbreite reicht vom Hybridbus über den Plug-in-Bus und den Brennstoffzellenbus bis zum Batteriebus. Erst Mitte August 2016 hat die Hochbahn drei reine Bateriebusse vom Typ Urbino 12 electric des polnischen Herstellers Solaris in den Dienst genommen. Getestet werden aber nicht nur Fahrzeuge, sondern auch die Ladeinfrastruktur. Die stammt von Siemens und kann mit Hilfe der absenkbaren Pantographen die Busse mit einer Leistung von 300 kW innerhalb von sechs Minuten aufladen – und zwar nicht nur die Plug-In-Hybridbusse von Volvo, sondern auch die neuen Solaris-Fahrzeuge. Erstmals werden damit Busse unterschiedlicher Hersteller über eine gemeinsame Ladeinfrastruktur für Elektrobusse versorgt. In seinem Vortrag berichtet Gerhard Schenk über erste Ergebnisse des Testeinsatzes von Bussen mit innovativen Antrieben und fasst aus verschiedenen Untersuchungen gewonnene Erkenntnisse zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zusammen. Darüber hinaus beschreibt der Bereichsleiter Unternehmenssteuerung und Systementwicklung bei der Hamburger Hochbahn die Entwicklung eines Masterplans für das künftige Elektrobus-System. Übrigens beschreiten die Hanseaten diesen Weg nicht allein. Auch in Berlin lautet die Vorgabe: Ab 2020 werden nur noch emissionsfreihe Fahrzeuge gekauft. Ende August 2016 haben die Bürgermeister von Berlin und Hamburg daher eine Absichtserklärung für die gemeinsame Beschaffung emissionsfreier Stadtbusse unterzeichnet. Damit wollen sie als Besteller gegenüber den Herstellern solcher Busse gemeinsam auftreten und der Industrie signalisieren, dass sich die Entwicklung emissionsfreier Busse lohnt und sie dafür auch einen Absatzmarkt hat. Die Absichtserklärung sieht vor, dass beide Städte gemeinsam bis zu 200 emissionsfreie Busse pro Jahr anschaffen wollen.

Der Vortrag von Gerhard Schenk findet am Mittwoch, 15. März 2017, von 14.40 bis 15.35 Uhr, statt.

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